Ferienhaus Finca Artà Mallorca Im ruhigen Nordosten der Insel

Ferienhaus Artà Im ruhigen Nordosten

Sant Llorenç / San Lorenzo

Sant Llorenç / San Lorenzo

FeiernSant Llorenc des Cardassar in mallorquinischer Schreibweise oder San Lorenzo de Cardessar, ist eine der 53 selbständigen Gemeinden der Insel Mallorca mit gleichnamigem Ort. Er befindet sich 54 Kilometer von Palma entfernt, 10 von dem Dorf Artà, der Gemeinde, der die Ferienfinca Alzinar angehört, und 5 Kilometer vom Ferienhaus selbst. War Sant Llorenç in den frühen 80ern noch ein unscheinbares Städtchen, mit stark ländlichem Charakter, haben sich die schon damals betuchten aber gar nicht danach aussehenden Einwohner nun entschieden, Strassen und Häuser aufzupolieren - mit ordentlicher Unterstützung der EU. Ergebnis ist ein touristisch weitgehend unbekanntes Örtchen mit schönen, traditionellen Gassen, restaurierten Häusern, grösstenteils vernünftigen Neubauten mit einem Flair, der viel Authentizität und Gemütlichkeit ausstrahlt.

Geschichte

Bis gut in die 90er Jahre hinein war Sant Llorenç ein typisches Bauerndorf. Durch die Strassen rollten die Traktoren (kleine Traktoren, den kleinen Landgütern und der landwirtschaftlichen Wirtschaftskraft entsprechend, die eher der Selbstversorgung zu dienen schien). In jedem zweiten Haus gackerten die Hühner im eigenen Stall, auch Grunzen bekam man da noch zu hören, und zur Schlachtsaison färbten sich die Strassen dunkelrot, wenn die Schweine auf offener Strasse abgestochen und dann in den Hinterhöfen mit Hilfe von Familie und Nachbarn zu Wurst und Fleisch weiterverarbeitet wurden. Mit der EU ging es dann plötzlich los, es gab Hilfen für die Sanierung von Häusern und Dächern, und auf einmal schien sich das Dorf in eine grössere Wirtschaft zu integrieren.

Die Erklarung dafür ist einfach. Zum entsprechenden Verwaltungsbereich Sant Llorenç gehört nämlich zwar (neben einer in den Medien oft zitierten Wetterstation) ein nur kleines Stück Küste. Bis hin in die 90er Jahre lag diese brach, es gab dort noch wunderschöne Sandstrände, aber dieses ganze Gebiet ist in den letzten beiden Jahrzehnten bebaut und touristisch genutzt worden. Diese Küste umfasst die mittlerweile voll bebaute Strecke von Cala Moraia bis hin zu Cala Millor (zum Verwaltungsgebiet gehört auch das Dorf Son Carrió, wo in einem Steinofen die leckerste und saftigste Ensaimada mit Aprikosen gebacken wird, die man sich vorstellen kann). Diese touristische Nutzung hat in Sant Llorenç (wie in fast ganz Mallorca) zu einer revolutionären Umstrukturierung der Verhältnisse geführt. Traditionell erbte der Erstgeborene den grössten und besten Teil des Erbes, und das war bis zu den 70er, 80er Jahren die fruchtbare Erde im Landesinneren, fernab der salzigen Luft der Küstengegenden. Die danach geborenen Erben erhielten einen Pflichtteil: die karge Küstengegend und die weniger ertragreichen Landstücke, wo der Salzgehalt in der Luft den Pflanzen zusetzte. Und genau diese Landstriche wurden touristisch genutzt, so dass die armen Erben zu den reichen wurden, und die reichen mit ansehen mussten, wie ihr Land an Wert verlor. Die Neureichen hatten auf einmal viel Geld; einige wenige kauften damit das Land ihrer Brüder, oder sie investierten es in die weitere Bebauung der Küste und kauften Anteile von Hotels und Apartmenthäusern. Und natürlich wurde ein guter Teil des eigenen Geldes auch in das eigene Heim investiert, in Autos und Luxusgüter. Schliesslich musste die Gesellschaft ja 40 Jahre Diktatur und somit Rückstand wettmachen. Da ging man also durch ein anscheinend ländliches und rückständiges Dorf, sah teilweise teure Autos vor allem Anschein nach verwahrlosten Häusern stehen und wunderte sich über eine seltsame Mischung aus Tradition und Verschwendung in den Häusern, wenn man mal zum Essen eingeladen wurde.

Aber das Geld des Tourismus floss indirekt auch in das Dorf, so dass nicht nur die Häuser von innen, sondern auch langsam Strassen und offentliche Plätze verbessert wurden. Das führte dann auch zum Bewusstsein, dass das eigene Heim nicht nur von innen angenehm sein solle, sondern auch äusserlich den Wohlstand des Eigentümers widerspiegeln könne. Im Laufe der Zeit verschwanden also alte Strukturen: die Hühnerställe, die unbebauten Freiflächen zwischen Häusern, die Kuhställe. Ab den 90ern kam dann Europa, mit Entwicklungsfonds und Geld. Erst wurde die Abschaffung der Schafherden subventioniert, und da derjenige, der die Zahl der abgeschafften Schafe zertifizieren sollte, mit dem Schäfer verschwägert war, kann man sich vorstellen, dass das kein Verlustgeschäft für die Landbewohner -die verarmten Brüder- war. Dann waren die Olivenhaine an der Reihe. Und dann... Vor kurzem noch wurde die Erneuerung der Dächer subventioniert - die beantragten Gelder entsprachen einer Fläche, von der die traditionellen Dachpfannenhersteller aus dem nahe gelegenen Vilafranca nur träumen konnten. Wer sollte denn schon später einmal nachprüfen, ob das Dach wirklich so gross war.

 

Ausgehen

In Sant Llorenç kann man in der Nähe der Kirche auf dem Dorfplatz einen Vermouth zu sich nehmen in einer extrem traditionellen Bar. Belegte Brötchen gibt es hier, auch in der mallorquinischen Variante "Pa amb Oli" (sehe dazu die Beschreibung unter Gastronomie). Die gibt es in guter Qualität in einer unscheinbaren aber desto urigeren "Caf`é Bar Nou" (was so viel bedeutet wie neues Café), Carrer Rector Pascual 11.

Das Restaurant an der Ecke des Platzes ist leider nicht mehr sonderlich empfehlenswert - sofern es nicht schon den Besitzer gewechselt hat. Ein ausgezeichnetes Restaurant hingegen ist das Restaurant Es Molí d'en Bou mit einem Michelinstern ausgezeichnet und dementsprechend für besondere Anlässe geeignet. Im Es Pati (siehe unsere Seite Gastronomie) isst man Überraschungsmenüs zu einem eigentlich normalen Preis.

 

 

 

Landkarte Mallorca ArtaAusführliche Information zum Dorf und dem Landkreis findet man in der deutschen Wikipedia, Eintrag Sant Llorenç. Information zu den nahegelegenen Stränden von Cala Millor, Sa Coma oder Cala Nou. Einen Besuch wert ist auch die Punta de n'Amer.

 

Nützliche Links zum Thema Sant llorenç des Cardassar:

Colonia Sant PereDie Stadtverwaltung von Sant Llorenç betreibt eine eigene Homepage.